Die Hochzeitspapeterie: eines DER tragenden Elemente eurer Hochzeit. Nur wenig anderes begleitet euch wirklich über den gesamten Zeitraum eurer Hochzeit. Angefangen mit der Save the Date Karte über die Hochzeitseinladung selbst hin zur Dankeskarte – die Papeterie ist stets mit dabei.

Und gerade weil sie so ein wichtiger Bestandteil eurer Hochzeit ist, lohnt es sich, die Papeterie in Hinsicht auf Nachhaltigkeit zu betrachten. Denn – aufgemerkt und mitgeschrieben – es gibt beim Thema Hochzeitseinladung doch einige Bereiche, die ihr ohne Probleme grüner gestalten könnt. Welche genau das sind, das verrate ich euch in diesem Artikel.

7 Tipps für eure nachhaltigen Hochzeitseinladungen

Tipp 1: Beschränkt euch auf das Notwendige

Ok, zugegeben, dieser Tipp ist so simpel wie einleuchtend: Weniger ist mehr. Sprich, fragt euch, welche Elemente der Hochzeitspapeterie ihr wirklich ausgedruckt braucht und per Post verschicken wollt.

Für mich persönlich ist die Einladung dabei ein ganz klares Must-have, aber die Save the Date Karten zum Beispiel könntet ihr ohne Probleme durch eine digitale oder mündliche Ankündigung austauschen. Gerade wenn ihr im digitalen Bereich etwas visiert seid, gestaltet doch eine hübsche Ankündigung und verschickt sie über einen Messenger oder per Email.

Und auch bei den Menükarten sehe ich ein klares Einsparpotential: Muss es wirklich für jeden Gast eine eigene sein oder erfüllen auch zwei-drei pro Tisch ihren Zweck? Oder wie wäre es mit einer Tafel, auf dem das Menü steht, ähnlich wie beim Lieblingsitaliener ums Eck? Sieht nicht nur schick aus, sondern spart auch Papier.

Tipp 2: Erstellt eine Hochzeitshomepage mit allen wichtigen Infos

Auch wenn sie euch am Anfang vielleicht etwas mehr Arbeit bereitet, lohnt sich eine Homepage zu eurer Hochzeit aus vielen Gründen: Nicht nur spart ihr mit ihr Papier, Druck, Transport und Versand, ihr könnt sie auch schon online stellen, ohne alle Infos wie Tagesablauf final zu haben. Diese könnt ihr im Laufe der Zeit problemlos ergänzen und trotzdem haben eure Gäste die Daten eurer Hochzeit schon zur Hand.

Zudem habt ihr eine Plattform, mit der ihr schnell alle Gäste erreichen könnt und gerade bei großen Hochzeitsgesellschaften viele Fragen direkt klären könnt. Und auch nach der Hochzeit könnt ihr die Homepage verwenden und beispielsweise die Dankeskarten durch eine Onlinegalerie ersetzen.

Doch Obacht, da wir hier ja über Nachhaltigkeit schreiben: Auch eine Webseite bzw. die Internetnutzung im Allgemeinen benötigt Strom und produziert dadurch letztlich CO2. Das liegt daran, dass Strom überwiegend noch aus fossilen Brennstoffen gewonnen und somit eben CO2 freigesetzt wird. Wie viel CO2 genau eine Webseite, also zum Beispiel auch eure Hochzeitshomepage produziert, könnt ihr euch bei diversen Onlinerechnern anzeigen und bei Wunsch auch kompensieren lassen.

Tipp 3: Achtet auf nachhaltige Materialien und Öko-Siegel

Wusstet ihr, dass Papier und Druckfarben oft tierische Bestandteile wie Gelatine oder Kasein enthalten? Ich auch nicht. Solltet ihr also veganes Papier haben wollen, erkundigt euch bei eurer Druckerei vorab oder sucht euch von vornherein eine passende. Achtet zudem auf FSC- oder PEFC-zertifiziertes Papier. Damit unterstützt ihr zum einen eine nachhaltige Forstwirtschaft und schützt zugleich Mensch, Tier und Natur.

Mittlerweile gibt es auch weitere nachhaltige Optionen wie Gras- oder Samenpapier. Auch handgeschöpftes oder recyceltes Papier eignet sich bestens für eure nachhaltige Hochzeitspapeterie, Statt weniger nachhaltiger Veredlungen wie Acryl- oder Plexiglas oder mit Blattgold wählt für eure Einladungen beispielsweise ungefärbtes Naturgarn oder Trockenblumen aus. Zudem könnt ihr die Umschläge unbeschriftet lassen, sodass eure Gäste sie später wiederverwenden können.

Und auch bei den Farben könnt ihr auf Nachhaltigkeit achten. Viele Farben basieren in der Regel auf Mineralöl. Die deutlich grünere Wahl für eure Hochzeitseinladungen ist somit eine Farbe auf Pflanzenölbasis.

Tipp 4: Entscheidet euch für Digitaldruck anstatt Offsetdruck

Beim Offsetdruck werden extra für eure Hochzeitseinladungen und Co. Druckschablonen angefertigt, die danach nicht wiederverwendet werden können. Auch wenn ihr mit 100 Gästen heiraten solltet, ist das immer noch eine relativ geringe Auflage und der Digitaldruck somit die umweltfreundlichere Variante.

Tipp 5: Setzt auf Upcycling

Ich weiß, dass viele von euch auch gerne selbst etwas für die Hochzeit machen möchten. Warum also nicht aus ungenutzten Büchern, alten Zeitungen, Verpackungsmaterial oder Stoffresten entsprechende Namensschilder, Geschenketiketten oder Banderolen vorbereiten? So müsst ihr nichts neues kaufen und verwendet bereits vorhandenes Material weiter.

Tipp 6: Bestellt nur das, was ihr wirklich braucht

Überlegt euch gut, welche Kriterien euch bei eurer Hochzeitspapeterie wichtig sind, recherchiert nach geeigneten Druckereien und bestellt dann erst Materialproben, solltet ihr euch noch unsicher sein. Oft stellt ihr nämlich bei einem genaueren Blick fest, dass Druckerei XY eigentlich doch gar nicht euren Werten entspricht oder nicht euer gewünschtes Papier anbietet, sodass die Muster sowieso im Müll landen werden.

Und auch bei der Gesamtbestellmenge lohnt sich Genauigkeit, denn sowohl zu viele als auch zu wenige Exemplare verschwenden Ressourcen. Bestellt also wirklich nur die Anzahl an Hochzeitseinladungen, die ihr am Ende braucht.

Tipp 7: Wählt nachhaltige oder lokale Dienstleister:innen

Falls möglich, sucht euch eine Druckerei oder eine:n Papeterie-Designer:in in eurer Nähe und schaut euch die Hochzeitseinladungen und Co. direkt vor Ort an und holt sie idealerweise auch direkt selbst ab. So spart ihr unnötige Transportwege und Versand und unterstützt gleichzeitig eine:n lokale:n Dienstleister:in.

Alternativ schaut euch direkt nach nachhaltigen Druckereien um. Mittlerweile gibt es einige, die ausschließlich mit beispielsweise veganem Papier oder ökologischen Farben arbeiten und eure nachhaltige Hochzeitspapeterie umsetzen.

Unser Herzensanliegen: Wir geben Tipps für deine nachhaltige Hochzeit

Ein paar Worte zum Schluss: Das Thema Nachhaltigkeit ist ja sehr vielfältig und fängt für jede:n an einer anderen Stelle an. Kaufen die einen von euch nur zertifizierte, fair hergestellte Kleidung, ist es für andere von euch enorm wichtig, so gut es geht auf Plastik zu verzichten und für die nächsten ist vegane Ernährung der ultimative Ansatz.

Meines Erachtens gibt es hier kein besser oder schlechter, denn für mich zählt, dass man etwas macht. Jeder noch so kleine Schritt von euch in Richtung nachhaltige(re)s Leben ist meiner Meinung der richtige und diese Artikelserie soll euch Ideen geben, wie ihr eine ressourcenschonende Eco-Hochzeit feiern könnt.

Aber Achtung: Wir sind nicht vom Fach, sondern Bloggerinnen, die sich mit dem Thema nachhaltig heiraten auseinandersetzen und dir unsere persönlichen Tipps an die Hand geben, die für uns in die Kategorie „Green Wedding“ fallen. Was also für uns stimmig ist, wenn es um eine nachhaltige Hochzeit geht, ist für dich vielleicht zu wenig oder gar zu viel. Pick dir also gerne das raus, was für dich Sinn macht und umsetzbar ist oder nehme unsere Anregungen als Basis, um deine perfekte Öko-Hochzeit zu planen.

Alle Artikel in der Serie über eine nachhaltige Hochzeit

In dieser Artikel-Serie sind geplant bzw. bislang erschienen (verlinkt):

  1. Green Wedding: 7 Tipps für nachhaltige Brautmode 
  2. Green Wedding: Vorteil einer nachhaltigen Hochzeit
  3. Green Wedding: 9 Tipps für nachhaltigen Blumenschmuck
  4. Green Wedding: Nachhaltige Papeterie (dieser Artikel)
  5. Green Wedding: Ideen für eine nachhaltige Deko

FOTOS: Mone Photography – Simone Hagenauer (Titelbild), Denise Stock (1), (2), (7), Judith Stoop (4), Meike Carolina (5), Mona und Reiner (6)

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