Mei, was habe ich damals rumgegoogelt, telefoniert und E-Mails geschrieben! Die Suche nach unserer perfekten Location für die Hochzeit glich eineinhalb Jahre vor dem Tag der Tage einer Vollzeit-Freizeitbeschäftigung. Den meisten von euch geht’s da nicht anders: Die Suche nach der individuell perfekten Hochzeitslocation gleicht gern mal der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Damit ihr euch im bayerisch-österreichischen Location-Dschungel ein wenig besser zurechtfindet, habe ich euch diesen kleinen Leitfaden zusammengestellt. Und wenn ihr noch mehr Planungstipps und einen übersichtlichen Leitfaden durch eure Planungszeit braucht, ist vielleicht mein Hochzeitsplaner etwas für euch. Jetzt aber erst einmal zu den Locationtipps:

 

Tipp 1: Die Entfernung

Klar ist eine Scheunenhochzeit toll oder eine freie Trauung in einem italienischen Olivenhain. Was aber, wenn die nächste Location mit einer Scheune eineinhalb Stunden Fahrtzeit von euch entfernt liegt und Italien für euch nicht in Frage kommt, weil die Anfahrt dann doch zu lange dauert? Daher mein Tipp: Überlegt euch, ob ihr bereit seid, ein oder zwei Tage vor der Hochzeit mit Sack und Pack und Brautkleid weiter zu fahren und wie weit die Location von eurem Wohnort maximal entfernt sein darf. Denkt dabei auch an eure Gäste: Ist die Anfahrt für Oma und Opa zumutbar? Werden eure vielleicht kinderreichen Freunde bereit sein, ein Hotelzimmer zu zahlen – oder würdet ihr es gar für eure Gesellschaft übernehmen? Grenzt eure Suche dann gezielt ein. Übrigens: Google Maps ist für mich einer DER Geheimtipps überhaupt, wenn’s ums Finden von Locations geht!

Tipp 2: Die Übernachtungsmöglichkeiten

Ein wesentlicher Faktor für lang in die Nacht dauernde Feiern ist, ob ihr und eure Gäste anschließend noch weit fahren müsst, um übernächtigt ins Bett fallen zu können. Viele Locations bieten vor Ort Zimmer an, gerade kleinere und damit unbekanntere Locations aber verfügen oft nur über wenige oder gar keine Betten. Kommt das für euch in Frage? Und wie weit darf das nächste Hotel maximal entfernt sein?

Tipp 3: Die Gastgeber

Aus meiner Erfahrung zählen sie zu den wichtigsten Faktoren überhaupt: Die Gastgeber oder Inhaber einer Location. Mein Rat an euch: Wenn ihr bei der Besichtigung mit der Art der Gastgeber nicht klar kommt, wenn ihr das Gefühl habt, aneinander vorbeizureden oder einfach vom Bauch her sagt: Die Gastgeber und ihr, das passt nicht – dann lasst es! Da kann die Location noch so schön sein. Der Grund ist simpel: Ihr werdet in den Monaten vor der Hochzeit dutzende, wenn nicht gar hunderte Mails austauschen und Telefonate führen. Wenn dann die Kommunikation nicht klappt, ihr aneinander vorbeiredet oder gar am Hochzeitstag die Dienstleister nicht richtig eingewiesen werden, ist das Drama groß.

Tipp 4: Die Sache mit dem Regen

Auch wenn es sich keiner wünscht, aber kalkulieren müsst ihr trotzdem mit der Möglichkeit, dass es am Hochzeitstag in Strömen regnet. Daher: Lasst euch nicht allein von der Schönheit der Location-Außenanlagen verführen und eurer Vorstellung, wie ihr da unter den Obstbäumen Ja sagt oder eure Kuchentafel aufstellt. Stellt euch vor, ihr verbringt den Mittag, Nachmittag, Abend und die Nacht IN den Räumen der Location. Passt sie dann auch noch zu euch?

Tipp 5: Die Abwechslung

Im Idealfall gibt’s mindestens zwei Räume, zwischen denen ihr wechselt – das hilft im Regenfall gegen den Lagerkoller und sorgt auch bei schönem Wetter für Abwechslung.

Tipp 6: Die Größe

Ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, trotzdem weise ich mal aus Beratungs-Erfahrung darauf hin: Erst müsst ihr eure Gästezahl plusminus zehn Prozent wissen, dann könnt ihr nach der Location suchen. Angenommen, ihr rechnet mit 100 Gästen und in den Festsaal eurer Traumlocation passen genau 100 Personen. Dann stellt euch dennoch die Frage, ob auch noch für die Band oder den DJ genug Platz ist, ob die Tanzfläche ausreicht, ob es eine Ecke für eure Photobooth gibt oder auch für einen Kindertisch. Andersrum gilt für kleine Gesellschaften: 20 Personen fühlen sich in einem Raum für 100 Gäste schnell verloren. Nur weil ein Raum groß genug ist, heißt das also nicht automatisch, dass er für eure individuelle Feier auch wirklich passt.

Tipp 7: Die Kosten

Je günstiger, desto besser – könnte man meinen. Oft aber unterscheiden sich die Preise der Locations im Detail. Während bei Location A Raummiete UND Mindestumsatz anfallen, verlangt Location B vielleicht nur den Mindestumsatz, der dafür aber möglicherweise höher ausfällt, als Raummiete und Mindestumsatz von Location A zusammen. Die nächste Location verlangt vielleicht ab 0 Uhr happige Servicepauschalen, während wieder eine andere eine Servicepauschale für eine open-end-Feier ansetzt. Also: Lasst euch nicht vom scheinbar günstigsten Angebot blenden und vergleicht Posten für Posten. Was ist hier enthalten, was dort, was vielleicht gar nicht.

Tipp 8: Die Kinderschar

Immer wieder gern vergessen: Die Kinder eurer Gäste. Klar, bei einer 80-Personen-Gesellschaft fallen drei, vier Kinder nicht auf. Spätestens ab zehn Kindern im Alter zwischen drei und zehn Jahren aber empfehle ich dringend, erstens eine Betreuerin zu engagieren (es muss definitiv nicht gleich der Animateur sein!). Bei schönem Wetter freuen sich die Kurzen, draußen umhertollen zu können – vor allem die Nachmittage von Hochzeiten werden für Kinder schnell langweilig. Und wenn es regnet? Dann ist ein extra Raum in der Location Gold wert, in dem getobt, gemalt und später vielleicht auch geschlafen werden kann. Dabei geht’s übrigens nicht darum, die Kleinen abzuschieben, sondern sowohl den Kindern als auch ihren Eltern eine weitgehend stressfreie Zeit zu bieten.

 

Foto: Simone Bauer, Hauzenberg
Location: Gut Aichet, Thyrnau

Artikel zum Bild: Scheunen-Hochzeit auf Gut Aichet

 

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