Die Planung einer Hochzeit will gut durchdacht sein, eine Checkliste hilft da, den Überblick zu behalten. Schließlich müsst ihr mehrere Locations wie Standesamt, Kirche und Feier-Location, diverse Dienstleister und eure Gästeschar koordinieren. Welche Schritte es bei der Hochzeitsplanung zu bedenken gibt, habe ich euch einerseits detailliert in meinem kleinen Hochzeitsplaner zusammengeschrieben, der 2018 im Pattloch-Verlag erschienen ist. Falls ihr aber erst einmal nur einen groben Überblick haben wollt, dann hilft euch dieser Artikel weiter. Denn im Folgenden zeige ich euch die wichtigsten Schritte auf dem Weg zur Traumhochzeit – quasi eine Anleitung zur Hochzeitsplanung.

Expertenrat für eure Hochzeitsplanung

Weil ich aber nicht das Maß aller Dinge bin, habe ich mir ergänzend zu meinen Planungstipps für Hochzeiten in München und Bayern Rat bei der lieben Mica Zeitz von Jung und Wild Design geholt. Mica hat als Hochzeitsfotografin bereits dutzende Paare begleitet – und ist mindestens genauso oft gefragt worden, was es bei der Planung des Hochzeitstages zu bedenken gibt. Hier sind unsere Tipps:

Checkliste zur Hochzeitsplanung

1. Das Datum festlegen

Entscheidet euch als erstes, ob es ein besonderes Datum wie euer Verlobungstag sein soll. Wenn es kein bestimmtes Datum sein soll: In welcher Jahreszeit wollt ihr feiern? Fühlt ihr euch im warmen Hochsommer wohler, im farbenfrohen Herbst oder seid ihr vielleicht Schneebegeisterte?

2. Kirche, Freie Trauung, Standesamt?

Als nächstes müsst ihr festlegen, ob ihr eine kirchliche Trauung oder eine freie Zeremonie feiern wollt und ob die standesamtliche Hochzeit am gleichen Tag stattfinden soll.

3. Die Location finden

Anschließend solltet ihr euch auf die Suche nach eurer Location machen. Gerade rund um München und in den Bergen sind manche Locations bis zu zwei Jahre im Voraus reserviert.

4. Dienstleister buchen

Sobald die Location gebucht ist, könnt ihr weitere Dienstleister anfragen, weil ihr ja jetzt die konkreten Orte (Trauung/Feier) und das Datum kennt. Zu den Hochzeitsdienstleistern zählen beispielsweise Fotograf, Videograf, Papeterie-Designer, Caterer, Stylist, Florist und Musiker. Auch das Brautkleid, euer Outfit und die Ringe bitte nicht vergessen.

5. Tagesablauf planen

Wenn das alles unter Dach und Fach ist, könnt ihr euch Gedanken über den konkreten Tagesablauf machen. Davon hängt wiederum ab, für wie viele Stunden ihr eure Dienstleister braucht – und was ihr bereits in der Einladung anführen könnt. Je mehr Infos eure Gäste haben, desto besser können sie sich auf den Tag einstellen!

 

Wie viel Zeit ihr für welchen Programmpunkt einrechnen solltet

 

1. Vor der Hochzeit & Trauung

  • Getting Ready – Neudeutsch für “Ihr macht euch schick”: 2-3 Stunden braucht Braut dafür, wenn es nicht stressig werden soll. Stichwort: Puffer einplanen!
  • Trauung: Rechnet rund 30 Minuten für die Ankunft eurer Gäste ein, also bis alle sich begrüßt und ihre Plätze gefunden haben. Eine kirchliche Trauung dauert in der Regel 45-60 Minuten, eine freie Zeremonie meist 30-45 Minuten, eine standesamtliche Trauung je nach Flexibilität und Kreativität des Standesbeamten 20-45 Minuten.
  • Gratulation und Empfang nach der Trauung: Dabei müsst ihr mehrere Faktoren berücksichtigen:
    • 1. Gästeanzahl: 15-30 Minuten pro 50 Gäste
    • 2. Ort des Empfangs: Bedenkt, dass genug Platz für alle ist. Keiner quetscht sich gerne durch eine Menschentraube
    • 3. Zeitpunkt: entweder direkt nach der Trauung vor dem Standesamt/der Kirche/auf der Wiese oder erst bei eurer Location. Aber Achtung! Wenn ihr nicht direkt nach der Trauung, sondern erst nach der Ankunft bei eurer Location Gratulationen entgegen nehmen wollt, müsst ihr quasi wehenden Brautkleids vor euren Gästen fliehen. Denn: Gäste lassen sich schwer von Umarmung und Gratulation abhalten, und fängt einer mal an, wollen natürlich alle Gäste nachziehen.

2. Kaffee & Kuchen, Paarfotos, Nachmittags-Unterhaltung

  • Kaffee & Kuchen: Die Stärkung nach der Trauung! Ich erlebe es immer wieder mit, dass gerade Bräute vor der Trauung wegen der Aufregung zu wenig essen. Eine kleine Energiebombe am Nachmittag ist da Gold wert. Plant auch Zeit ein, um euch in der entspannten Atmosphäre des Nachmittags mit euren Gästen zu unterhalten. Je nach Größe eurer Gesellschaft: 1-2 Stunden!
  • Brautpaar-Fotos: Fragt euch, wie wichtig euch diese Bilder sind, dann könnt ihr grob kalkulieren, wie viel Zeit ihr für die Fotos einrechnen müsst. Ich hatte schon Hochzeiten, bei denen ich fünf Minuten für Portraits hatte, und Hochzeiten, bei denen wir über den Tag verteilt zweieinhalb Stunden lang Portraits gemacht haben. Für die Planung eures Ablaufs ist natürlich auch der Zeitpunkt der Paarfotos entscheidend – und der hängt stark vom Licht ab! Je später es wird, desto schöner das Licht! Von einem Shooting mittags noch vor der Trauung rate ich ab, denn tiefe Schatten, Hitze und die Aufregung vor der Trauung sind keine guten Begleiter bei einem Paarshooting. Plant diesen Part also am besten am späten Nachmittag ein, kurz vor dem Abendessen. Noch mehr Tipps von mir zum Paarshooting könnt ihr hier nachlesen.
  • Brautentführung: Auch hier ist der richtige Zeitpunkt wichtig. Ich habe schon viele Hochzeiten erlebt, bei denen das Brautverziehn nachmittags stattgefunden hat. Die Problematik: eure Gäste haben zwar rund eine Stunde lang Spaß, anschließend geht es dann aber direkt zum gesitteten Festessen weiter – und Schwupps ist die heitere Stimmung verschwunden, denn keiner will beim Dinner negativ auffallen oder aus der Reihe tanzen. Daher mein Tipp: startet das Brautverziehn vor dem Tanz (also nach dem Hauptgang), dann hat jeder eine gute Grundlage im Bauch. Die Stimmung steigt, der Alkoholpegel auch und dann haben die Gäste richtig Lust aufs Tanzen. So kommt die Party in Schwung.

3. Abend: Ansprachen & Musik

  • Ansprachen: Eure Liebsten wollen euch in der Regel etwas Schönes zu eurem Hochzeitstag sagen! Plant diese emotionalen Highlights am besten zwischen den Gängen des Menüs ein. Damit füllt ihr auch gleich die Pausen und eure Gäste erfahren eventuell noch das Eine oder Andere über euch, das sie noch nicht wussten. Aber Achtung: Unbedingt mit dem Service abstimmen, sonst beschert ihr der Küche Chaos!
  • Band oder DJ? Schwieriges Thema und natürlich auch abhängig von eurem Budget. Eine gute Band kann richtig Stimmung machen, aber wehe, ihr erwischt eine schlechte Band… Bei einem DJ habt ihr die Garantie, dass die Lieder passen, weil ihr eure Wunschliste vorher abgestimmt habt.

Basis-Tipps zur Hochzeitsplanung

Soweit Micas Tipps zur Hochzeitsplanung, die ich nur bestätigen kann! Und: Lasst euch nicht verrückt machen! Am Ende werdet ihr so oder so eine unvergessliche Hochzeit feiern, da bin ich mir ziemlich sicher. Ob jetzt die Tischdeko bis ins letzte Detail so perfekt ist, als hätte ein Hollywood-Team sie für einen Blockbuster-Dreh entworfen, ist doch – Hand aufs Herz – letztlich egal. Viel wichtiger ist, dass ihr das Fest eurer Liebe mit den Menschen feiert, die ihr wirklich dabei haben wollt. Was ich sagen will: Klar könnt ihr die Atmosphäre der Hochzeit mit einer perfekten Planung beeinflussen, entscheidend aber ist die Stimmung. Und für die ist eure Laune und die eurer Gäste verantwortlich.

Warum feiert man eine Hochzeit überhaupt so groß?

Auch Mica warnt davor, sich zu sehr in die Planung hineinzusteigern und damit die Vorfreude auf die Hochzeit zu verderben. Nach elf Jahren als Fotografin fragt sie sich: worum geht es bei so einer Hochzeit eigentlich? Warum feiert man das so groß? Warum plant man so, wie man plant?

Lasst euch nicht verunsichern

Nach all den Besprechungen mit Brautpaaren sagt sie heute ganz klar: “Es sollte um euch gehen! Nur um euch! Es geht um eure ganz besondere Geschichte, eure Beziehung. Das Band zwischen euch, das über die Jahre gewachsen ist. Jede Beziehung ist anders, jedes Paar ist anders. Jeder Mensch hat andere Vorlieben, Wünsche und Vorstellungen. Deshalb bin ich der Meinung, dass eure Hochzeit genauso individuell sein soll, wie ihr es seid. Lasst euch da nicht reinreden. Macht euer Ding! Eine Hochzeit ist nicht dazu da, um Tante und Onkel, die man das letzte Mal vor 15 Jahren gesehen hat, zu zeigen, wie toll man alles organisiert hat und wie hübsch man im Kleid aussieht.”

Auch kleine Hochzeiten sind toll!

Es geht nicht um Quantität, sondern um Qualität: die Qualität eurer Beziehung zu euren Gästen. Eine der emotionalsten und schönsten Hochzeiten, die ich begleiten durfte, bestand zum Beispiel nur aus sieben Menschen: dem Brautpaar, der Brautschwester und ihrem Freund, der Trauzeugin und ihrem Freund (der auch Trauzeuge war) und meiner Wenigkeit. Ich habe elf wundervolle Stunden mit diesen Menschen verbracht, die ich vorher noch nie gesehen habe. Mir wurde so viel Vertrauen und Herzlichkeit geschenkt, das ist mit keinem Geld zu bezahlen. Das Paar hat seinen Traum gelebt, hat die Hochzeit trotz Unstimmigkeiten und Planungsänderungen so durchgezogen, wie es sie sich gewünscht hatte. Seid also mutig und geht auch beim Planen eurer Hochzeit euren ganz eigenen Weg, auf dem ihr euch wohlfühlt!

Fotos: Mica Zeitz / Jung und Wild Design

Hallo und Servus

Hochzeitsgezwitscher ist der Hochzeitsblog für alle, die in München, ganz Bayern und Österreich heiraten. Seit 2014 blogge ich hier unter anderem über

♥ echte Hochzeiten und Styled Shoots

♥ schöne Standesämter

♥ Tipps für die Planung von Hochzeiten

♥ und im Branchenbuch meine ganz persönlichen Dienstleister-Empfehlungen.

Übrigens: 2018 ist das erste Hochzeitsgezwitscher-Buch erschienen!  Mehr…

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