Hach, ein bisschen wehmütig denke ich gerade schon an meine eigene Brautkleidsuche zurück. Damals habe ich gleich mehrere Samstage mit meiner Trauzeugin und meiner Mama in Brautmodeläden verbracht. Sollte dir das Thema Nachhaltigkeit auch so wichtig sein wie mir, dann ist dieser Artikel genau der richtige für dich! Wir starten heute nämlich eine neue Artikelserie rund um eine Green Wedding, also das nachhaltige Heiraten. In diesem Artikel dreht sich alles um nachhaltige Brautmode und welche Möglichkeiten du hast, wenn du eine grüne Hochzeit feiern möchtest.

Unsere eigenen, nachhaltigen Brautkleidgeschichten

Die Frau auf dem Foto oben bin übrigens nicht ich. Es stammt aus einem älteren Artikel über Tipps zum Besuch im Brautmodeladen. Meine Wenigkeit findest du in voller Brautrobe im Blogpost über meine Sommerhochzeit im idyllischen Garten von Kirchstett, über die Ariane damals geschrieben hatte. Und wie Ariane als Braut aussah und ihre Brautkleidgeschichte findest du wiederum hier. Und für alle, die jetzt restlos verwirrt sind: Hier auf Hochzeitsgezwitscher bloggen Anne und Ariane.

7 Tipps für ein “grünes” Hochzeitskleid

Also dann: Wie aus deinem Brautkleid-Kauf eine nachhaltige Sache wird? Mit diesen Tipps reitest du auf der grünen Hochzeitswelle:

Tipp 1: Herkunft – Brautkleider made in Germany

Was sich so plakativ liest, ist einfach erklärt: In meinen Augen macht es absolut Sinn, sich für ein deutsches Label mit Produktion in Deutschland zu entscheiden, wenn dir eine nachhaltige Hochzeit wichtig ist. Warum? Naja, wenn das Brautkleid hier in Deutschland angefertigt wird, fallen weite Transportwege weg, was wiederum gut für die CO2-Bilanz ist.

Auch wenn es natürlich traumhaft schöne Kleider von internationalen Labels gibt, so ist die Auswahl an deutschen Brautmode-Labels, die auch in Deutschland produzieren, mittlerweile wirklich beachtlich. Viele von ihnen beziehen ihre Stoffe ausschließlich von regionalen und europäischen Lieferanten und es gibt mittlerweile diverse Labels, die auch eine nachhaltige Kollektion anbieten oder sich von Anfang an der Nachhaltigkeit verschrieben haben.

Tipp 2: Green Wedding – Achte auf Bio-Rohstoffe ohne Chemie

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Stoff, aus dem das Brautkleid gefertigt ist. Die bekanntesten nachhaltigen Brautmode-Labels arbeiten fast ausschließlich mit Naturmaterialien wie Lyocell, Bio-Baumwolltüll ohne Acrylanteil, Bio-Baumwollspitze und Bio-Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau. Baumwolle und Lyocell sind vegane, nachwachsende Rohstoffe und im Gegensatz zu Polyester oder Polyamid biologisch abbaubar.

Die beiden Fotos oben sind übrigens aus der jüngsten Kollektion von Therese und Luise, einem Label aus Wasserburg am Inn, das jetzt schon seit einigen Jahren auf Nachhaltigkeit setzt.

Warum Polyester so umweltschädlich ist

Dies ist vor allem aus nachhaltiger Sicht deshalb wichtig, weil Polyester auf Erdöl basiert und somit eine extrem klima- und umweltschädliche Ressource darstellt, die nicht unendlich auf diesem Planeten vorhanden ist. Außerdem lösen sich die winzigen Polyesterfasern beim Waschen immer wieder heraus und gelangen als Mikroplastik ins Abwasser. Die Kläranlagen können die winzigen Partikel jedoch nicht herausfiltern und so gelangen sie ins Gewässer und in die Umwelt. Gleichzeitig ist Polyester schwer einzufärben und benötigt daher viel Wasser und Chemikalien. Enkeltauglich ist das bei Weitem nicht!

Brautkleider aus GOTS-Materialien sind nachhaltig

Wenn du hier also auf Nummer sicher gehen willst, dann sind Naturmaterialien sicherlich die grünere Variante und wenn diese dann auch noch mit zum Beispiel dem GOTS-Siegel zertifiziert sind, bist du deinem nachhaltigen Brautkleid auch schon ein ganzes Stück näher. Übrigens: achte auch bei einem tierischem Rohstoff wie Seide auf einen fairen Handel und frage im Brautgeschäft gezielt nach.

Tipp 3: Gib einem Second-Hand-Brautkleid eine Chance!

Wieso eigentlich neu kaufen, anstatt einem Brautkleid eine zweite Chance zu geben? Schließlich wurde das Kleid nur ein oder zwei mal getragen (falls es zum Beispiel noch ein After Wedding Shooting gab) und ist wie neu. Ich selbst habe mein Brautkleid nach meiner Hochzeit weiterverkauft und fand den Gedanken schön, dass es einen weiteren tollen Tag erleben durfte. Außerdem schont der Kauf eines Second Hand Brautkleides die Ressourcen, denn das Kleid hat ja bereits den ganzen Verarbeitungsprozess vom Rohstoff, über die Herstellung, Veredelung und Transport durchlaufen.

Mittlerweile gibt es auch einige Anbieter, sowohl vor Ort als auch online, die sich auf Second Hand Kleider spezialisiert haben. Der einzige Haken hier ist, dass es jedes Kleid nur einmal gibt und ein Nachbestellen des Kleides in der richtigen Größe nicht möglich ist. Trotzdem ist es eine Überlegung im Sinne einer nachhaltigen Hochzeit wert.


Hier geht’s zum Blogpost mit dieser Braut, die eine Boho-Hochzeit mit einem second-hand-Brautkleid gefeiert hat.

Tipp 4: Brautkleid für deine nachhaltige Hochzeit leihen

Wenn du bereits jetzt weißt, dass du dein Brautkleid nach deiner Green Wedding definitiv nicht behalten und du dir auch über den Verkauf danach keine Gedanken machen möchtest, dann könnte ein Brautkleidverleih das Passende für dich sein. Hier mag zwar nicht unbedingt der Aspekt der Naturmaterialien oder zertifizierter Rohstoffe gegeben sein, aber wie auch bei einem Second Hand Brautkleid ist der Ansatz nachhaltig.

Schließlich hat auch ein Leihkleid bereits den gesamten Verarbeitungsprozess durchgemacht und wird höchstwahrscheinlich mehr als einmal getragen. Natürlich kannst du trotzdem darauf achten, dass zum Beispiel kein Polyester enthalten ist, da die Fäden sich beim Waschen ja dennoch als Mikroplastik ablösen und somit ins Wasser gelangen können.

Tipp 5: Upcycling von Mamas oder Omas altem Kleid

Aus alt mach neu: deine Mama oder Oma hat ihr Brautkleid aufgehoben und du findest es eigentlich ganz schick bis auf ein paar Details? Oder es passt dir nicht zu 100%? Dann ist vielleicht ein Upcycling des Kleides genau das Richtige für dich! Puffärmel sind schnell abgenommen und auch eine kleine Größenänderung ist in der Regel machbar.

Am besten schnappst du dir das Kleid und sprichst mit einem Profi über mögliche Anpassungen. Wenn du zum Beispiel etwas an der Länge wegnehmen musst, weil du kleiner als deine Mama bist, könntest du den Verschnitt als Gürtel, Schleier oder als andere Kopfbedeckungen weiterverarbeiten, nur mal so als Idee.


Das Foto ist aus einem älteren Blogpost. Darin geht’s zwar nicht um Nachhaltigkeit, dafür aber bekommst du Tipps für die Suche nach dem Brautkleid.

Tipp 6: Ein Zweiteiler als nachhaltiges Braut-Outfit

Warum eigentlich in einem Kleid heiraten? Es gibt heutzutage richtig moderne Zweiteiler, die toll aussehen und die vor allem einen großen Vorteil haben: die Einzelteile lassen sich danach auch gut im Alltag oder zu besonderen Anlässen tragen. Ein Spitzen- oder Seidentop lässt sich wunderbar zur Jeans tragen und der Tüllrock bekommt mit der Lederjacke und Boots einen richtigen modernen Look.

Gerade wenn ihr euch für ein zweiteiliges Brautoutfit entscheidet, habt ihr vielfältige Möglichkeiten, die Stücke danach weiterzutragen und verleiht ihnen somit ein langes, nachhaltiges Leben.

Tipp 7: Kleid nach der Hochzeit einfärben

Nach der Hochzeit ist vor der nächsten Party! Warum also nicht dein Hochzeitskleid nach eurer Green Wedding einfärben und es so noch zu vielen weiteren Feiern tragen? Denn ist das Brautkleid einmal nicht mehr als solches zu erkennen, sind die Gelegenheiten vielfältig, an denen du es tragen kannst.

Ob Oper, Büro oder Familienfest – je nach Stil ist das eingefärbte Kleid passend und du hinterlässt einen weiteren positiven Fußabdruck in der Klimabilanz. Und auch eine Änderung der Länge ist möglich und so kann aus deinem langen weißen Brautkleid ein sommerliches Kleid in kurz werden.

Der Rock auf dem Foto ist übrigens nicht nachträglich eingefärbt, sondern stammt genau so hellblau aus der jüngsten Kollektion des deutschen Labels Küssdiebraut, das das Thema Nachhaltigkeit ebenfalls bereits seit Längerem umsetzt.

Mehr Nachhaltigkeit auf dem Blog – neue Artikelserie rund um eine Green Wedding

Zum Abschluss noch ein paar Worte zum Thema Nachhaltigkeit: dieses ist ja sehr vielfältig und fängt für jeden an einer anderen Stelle an. Während die einen nur zertifizierte, fair hergestellte Kleidung kaufen, ist es für die anderen enorm wichtig, so gut es geht auf Plastik zu verzichten und für die nächsten ist vegane Ernährung der ultimative Ansatz.

Ob das eine hier besser als das andere ist, ist meines Erachtens nicht wichtig, denn für mich zählt, dass man etwas macht. Jeder noch so kleine Schritt in Richtung nachhaltiges Leben ist meiner Meinung der richtige und diese Artikelserie soll euch Ideen geben, wie ihr eine ressourcenschonende Eco-Hochzeit feiern könnt.

Aber Achtung: wir sind keine ausgebildeten Fachfrauen, sondern Bloggerinnen, die sich mit dem Thema grüne Hochzeit auseinandersetzen und dir unsere persönlichen Tipps an die Hand geben, die für uns in die Kategorie “Green Wedding” fallen. Was also für uns stimmig ist, wenn es um nachhaltiges Heiraten geht, ist für dich vielleicht zu wenig oder gar zu viel. Pick dir also gerne das raus, was für dich Sinn macht und umsetzbar ist oder nehme unsere Anregungen als Basis, um deine perfekte grüne Hochzeit zu planen.

Alle Artikel in der Serie über eine Green Wedding

In dieser Artikel-Serie sind geplant bzw. bislang erschienen (verlinkt):

  1. Green Wedding: 7 Tipps für nachhaltige Brautmode (dieser Artikel)
  2. Green Wedding: Vorteil einer nachhaltigen Hochzeit
  3. Green Wedding: Ideen für eine nachhaltige Deko
  4. Green Wedding: Nachhaltige Papeterie
  5. Green Wedding: Inspirationen für eine nachhaltige Floristik

 

FOTOS  Simone Bauer für Brautchalet | Anne Letournel für Therese und Luise (2)| Flo Fotografie | Gina Gorny | Der Rothe Faden für La Robe MarieKüssdiebraut (2)

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